Keltoi 1994-2017

    Neubau (A) - nález keltských mincí

    Archeologové v Neubau nedaleko Lince v severním Rakousku nalezli keltský zlatý poklad v podobě 44 mincí. Mince pravděpodobně pocházejí z oblasti dnešních Čech, kde žil keltský kmen Bójů.

    Nalezené mince byly těsně naskládány vedle sebe a nad sebou, což naznačuje, že byly původně uloženy v nějakém měšci. Hmotnost jedné mince činí 7,5 gramu, není na nich vyražen žádný motiv, obsahují jen kulovou vyvýšeninu. Numismatici a odborníci je nazývají mušlovité statéry, zastřešující lidový název je pak duhovka.
    Nalezené zlaté mince pocházejí z mladší doby železné, přesněji pak z druhého či prvního století před naším letopočtem z oblasti dnešních Čech obývaných tehdy keltským kmenem Bójů. Část z nich pak postupně pod tlakem nájezdů Germánů přesídlila na území dnešního Slovenska a Rakouska.

    Während der aktuell laufenden archäologischen Untersuchung auf der Fundstelle Neubau/Traun wurde kürzlich ein sensationeller Fund gemacht: Ein beeindruckender Schatzfund von 44 keltischen Goldmünzen konnte geborgen werden. Die späteisenzeitliche Fundstelle Neubau ist seit Jahrzehnten bekannt und beliebtes Ziel privater Metallsondengänger. Umso glücklicher ist der Umstand, dass der Schatzfund im Rahmen einer vom Landesmuseum beauftragen Grabung zutage trat.

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    Münzschatzfund
    Derzeit findet auf der Fundstelle Neubau/Traun eine archäologische Untersuchung statt. Am
    ersten Tag der Grabung wurde ein Schatzfund von 44 keltischen Goldmünzen geborgen. Die
    Münzen lagen dicht neben- und aufeinander, was auf das ursprüngliche Vorhandensein
    eines Beutels oder Ähnliches hindeutet.
    Die Barschaft besteht durchwegs aus Goldmünzen im Einzelgewicht von ca. 7,5 Gramm. Die
    Stücke zeigen kein Prägebild, sondern lediglich buckelförmige Erhebungen, die aus dem
    ständigen Nachschnitt der Prägestempel entstanden; ihre leicht konkav-konvexe
    Schrötlingsform hat diesem Münztypus den Namen „Muschelstater“ eingetragen. Diese
    Gepräge entstanden im Gebiet der Boier im heutigen Böhmen und gelangten ebenso wie
    andere fremde Geldsorten wohl durch die Handelsbeziehungen in das latènezeitliche
    Gemeinwesen von „Neubau“.
    Bislang sind nur drei Schatzfunde aus vorrömischer Zeit in Oberösterreich bekannt
    geworden. Die goldenen Statere aus Ingling (gefunden 1861 und heute verschollen) und die
    silbernen Quinare aus Obernberg am Inn stammen aus dem süddeutschen Raum; nun tritt
    erstmals ein aus dem Norden importierter Fundkomplex hinzu.
    Boische Muschelstatere waren bislang in Oberösterreich nur als Einzelfunde bekannt (sechs
    Stück aus der Siedlung Neubau). In jedem Fall stellten die Vollstatere die wertvollsten
    Zahlungsmittel dieser Zeit dar, der Großteil des Zahlungsverkehrs dürfte nach heutigem
    Wissensstand über goldene Teilstücke, vor allem Achtelstatere und Silbergeld abgewickelt
    worden sein.
    Wenn wir auch heute – mangels Quellen – nichts mehr über den damaligen Gegenwert der
    Münzen wissen, dürfen wir doch vermuten, dass die Barschaft einen erheblichen Wert
    besaß. Sie kommt mit ihrem vergleichsweise geringen Umfang jedoch nicht an die großen,
    oftmals hunderte Exemplare umfassenden Depotfunde aus Bayern und Tschechien heran.
    Warum und unter welchen Umständen die Münzen verborgen und nicht mehr behoben oder
    gar verloren wurden, wird sich wohl niemals klären lassen.

    Fundstelle Neubau
    Seit im Jahr 1939 an der heutigen B1 (Wiener Bundesstraße) in Neubau/Traun bei Linz im
    Zuge von Schotterabbauarbeiten für den Bau des Flughafens Linz/Hörsching Bruchstücke
    von Gefäßen und Glasarmreifen gefunden wurden, ist der archäologischen Forschung die
    Existenz einer urgeschichtlichen Siedlung an dieser Stelle bekannt. Zeitlich einzuordnen ist
    sie in die Spätlatènezeit (= späteste Eisenzeit) mit einem Schwerpunkt im 2. und 1.
    Jahrhundert v. Chr.
    Seit den ersten Funden gab es in den 1950er Jahren kleinere archäologische
    Untersuchungen sowie 2005/2006 und 2008 eine großflächige Grabung des Denkmalamtes
    im Vorfeld des vierspurigen Ausbaus der B1. Auf der enormen Fläche von ca. 15 Hektar,
    über die sich die Siedlung ursprünglich erstreckt haben muss, fanden ansonsten bis vor
    kurzem jedoch hauptsächlich Zerstörungen in Form von Schotterabbau und Suchaktionen
    von Metallsondengängern statt. Zahlreiche Münzen und metallische Kleinfunde gelangten
    teilweise in Museen oder verblieben im Privatbesitz, wodurch offenbar ein großer Teil der
    Funde von einer der bedeutendsten Fundstellen Oberösterreichs der Wissenschaft und der
    Öffentlichkeit entzogen wurden.
    Nun kam es aufgrund geplanter Bautätigkeit zu einer weiteren archäologischen
    Untersuchung, welche nach der geltenden Gesetzeslage vom Grundbesitzer
    (Unternehmensgruppe Hofinger) finanziert wird. Die Firma Hofinger hat sich dabei als
    verlässlicher Partner erwiesen und das Grabungsprojekt auf vielfältige Weise unterstützt,
    beispielsweise am Sektor der Vermessung.
    Die in früheren Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse zur Siedlung Neubau konnten
    bestätigt und erweitert werden. Zahlreiche archäologische Befunde, wie Reste von
    Grubenhäusern, Pfostenlöcher oder Gräbchen, weisen auf eine planmäßig angelegte
    Großsiedlung hin. Das Fundspektrum von qualitativ teilweise hochwertiger Keramik,
    Schmuckgegenständen, Werkzeugen und nicht zuletzt zahlreichen Münzen samt Hinweisen
    auf eigene Münzproduktion weisen Neubau an der Traun als regional und international
    vernetztes Zentrum in einer verkehrsgeographisch günstigen Zone im oberösterreichischen
    Zentralraum aus.
    Aus archäologischer Sicht liegt eine weitere Bedeutung von Neubau in einigen Funden,
    welche die Übergangszeit der Späteisenzeit zur Römerzeit illustrieren und verstehen helfen,
    wie beispielsweise einem Eisenring mit Gemme, das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein
    Portrait von Octavianus/Augustus zeigt (beginnendes 1. Jh. n. Chr.).
    Die Grabungen (Leitung: Oberösterreichisches Landesmuseum, Durchführung: Firma
    Archeonova) werden noch diese Woche abgeschlossen.

    Zdroj: Oö. Landesmuseum

    Tagy: Poklad

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